Sanierungsarbeiten Stadttheater
2005 - 2013 | BernDie Planung und Realisation von Sanierungsarbeiten am Stadttheater Bern über mehrere Jahre hinweg, ist für unser Büro immer noch ein gutes Beispiel für den sorgfältigen und korrekten Umgang mit historischer Bausubstanz, dem Arbeiten in interdisziplinären Teams, sowie dem Bauen unter Betrieb.
Das Stadttheater ist ein charakteristisches Beispiel neubarocker Theaterarchitektur des späten 19. Jahrhunderts. Es wurde zwischen 1899 und 1903 von René von Wurstemberger erbaut, also ein Jahr später als das Parlamentsgebäude. 1968 wurde das damalige Stadttheater mit dem Neubau Schüttetrakt erweitert. Von 1981 bis 1984 erfolgte eine Restaurierung des Aussenbereichs, sowie ein Neubau des Bühnenhauses und eine Vergrösserung des Orchestergrabens.
Das Gebäude am Kornhausplatz 20 steht im Inventar der Denkmalpflege der Stadt Bern als schützenswertes K-Objekt und wird zudem im KGS-Inventar als Bauwerk von nationaler Bedeutung aufgeführt. Die monumentale Architektur des Theaters, mit einem markanten Mittelrisalit, der Eingangshalle und dem Foyer, zeigt formale Ähnlichkeiten mit dem Parlamentsgebäude, insbesondere durch die Kolossalordnung der Halbsäulen mit ionischen Kapitellen und hohen Postamenten, sowie das ausgeprägte Gebälk und die drei Eingangstore. Diese architektonischen Merkmale unterstreichen den besonderen historischen Wert des Gebäudes.
Im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung wurde unserem Architekturbüro die anspruchsvolle Aufgabe übertragen, die Instandsetzungsarbeiten am Konzerttheater Bern zu leiten. Von 2005 bis 2013 waren wir verantwortlich für sämtliche baulichen Massnahmen sowie die umfangreiche planerische Vorbereitung der Gesamtsanierung. Als Gesamtleiter hatten wir die volle Verantwortung für die Planung und Umsetzung der Baumassnahmen an diesem bedeutenden Gebäude.
Das Konzerttheater Bern nimmt in der Schweizer Theater- und Konzertlandschaft eine besondere Stellung ein. Als Vierspartenhaus vereint es die Künste Tanz, Musik und Theater unter einem Dach, was besondere Anforderungen an die Planung und Ausführung der Sanierungsarbeiten stellte. Die unterschiedlichen Bedürfnisse der künstlerischen Sparten, der Verwaltung und der Leitung erforderten ein hohes Mass an Sensibilität und Verständnis für die spezifischen Arbeitsprozesse und Anforderungen aller Beteiligten.
Der reguläre Spielbetrieb des Stadttheaters Bern wurde während der Sommermonate für jeweils fünf Wochen unterbrochen. In diesem engen Zeitfenster mussten die meisten baulichen Arbeiten durchgeführt werden. Diese kurze Bauzeit erforderte eine straffe Projektplanung, höchste Effizienz und eine detaillierte Vorbereitung der baulichen Eingriffe. Unser Architekturbüro profitierte hierbei von der Nähe zum Theater, was eine enge und kontinuierliche Abstimmung mit den beteiligten Akteuren ermöglichte und massgeblich zum Erfolg des Projekts beitrug.
Oberste Priorität hatte die Aufrechterhaltung des Spielbetriebs. Um dies zu gewährleisten, haben wir ein umfangreiches Wartungs-programm erarbeitet, welches sämtliche Anlageteile des Theaters umfasste. Dieses umfangreiche Wartungsmanual erlaubte uns, über den Zustand der gesamten Anlagen laufend orientiert zu sein, eine zeitnahe Risikobeurteilung erheben zu können und aktuelle Kostenprognosen und Budgets zu erstellen. Durch ein aktives Risikomanagement und kurze Interventionszeiten konnten wir während acht Jahren die Personen-, Gebäude- und Betriebssicherheit gewährleisten.
- Adresse Kornhausplatz 20, 3011 Bern
- Bauherrschaft Hochbau Stadt Bern, Schwanengasse 10, 3011 Bern
- Planungs- und Erstellungszeitrum 2005 - 2013
- Auftragsvolumen CHF 1.0 – 1.5 Mio. / Jahr
- Bauinventar Schützenswert